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Bergtouren in den Dolomiten und Klettersteige am Gardasee - Juni 2016
ein Gastbericht von Thomas Reißig
 

am Misurinasee

Die Beschreibung der Wanderungen und Klettersteigtouren sowie alle Bilder stammen von Thomas Reißig. Anfragen, Hinweise, Meinungen sendet bitte an die Email-Adresse 'thomasreissig (at) hotmail (punkt) de'.

Intro

Die diesjährige alpine Unternehmung führte uns in die Gegend um die Drei-Zinnen / Tre Cime di Lavaredo in den Dolomiten. Diese sind weithin bekannt und mittlerweile außerdem ein geschützter Naturpark und ich wollte sie nach weit über 20 Jahren einfach mal wiedersehen. Damals wusste ich noch nichts von Kriegssteigen und Klettersteigen und heute, nachdem sich Kenntnisse und Fähigkeiten deutlich entwickelt haben, machten sie für mich einen ganz eigenen Reiz aus. Geplant war einen Teil des Dolomiten Höhenweges Nr. 9 zu gehen, mit mindestens einer Übernachtung in einem Biwak (je nach den Öffnungszeiten der am Weg liegenden Hütten auch mehr). Anhand dieser Grundlage planten wir die Tour endgültig am Freitag Abend vor dem Start mit den Karten Tabacco Nr. 017 & Kompass Nr. 047 (welche sich in der Realität sehr gut ergänzten) und hatten auch dementsprechend viel Gepäck dabei, wie Schlafsack, Isomatte, Kocher, Filter, Essen, Wasser usw.

Die Anreise am Samstag verlief unspektakulär mit zeitiger Abfahrt in Dresden und gutem Durchkommen bis zur Mautstelle in Sterzing. Dort sollten uns ca. 50 Minuten Stau nicht erspart bleiben. Die erste Nacht verbrachten wir in Cortina d’Ampezzo und fuhren am nächsten Tag nach Misurina, bekannt durch den Lago de Misurina.

Das am Ende einiges anders als geplant laufen sollte, war da noch nicht erkennbar.


Dolomitenpanorama

Tag 1 - 12. Juni 2016

Wir starteten bei zunehmender Bewölkung in Misurina (1211m) in Richtung Rifugio Auronzo (2320m), einer für die Saison gerade erst eröffneten Hütte. Vorher hatte ich noch per Email die dortige Übernachtung geklärt, damit war dieser Druck schon mal raus. Ausgewählt hatten wir nach Karte den Weg 120 bis zum Refugio Col de Varda (noch geschlossen - 2115m), von dort Weg 117 - den Sentiero Alberto Bonacossa -über das Refugio Fratelli Fonda Savio (noch geschlossen - 2367m) zum Rifugio Auronzo. Auf dem Weg begann es immer wieder leicht zu regnen, später kamen noch Hagelschauer hinzu. Am Forc. di Misurina (2395m) stießen wir auf das erste Hindernis in Form von Altschnee, der bis zum Sicherungsseil reichte. Die Bewältigung dieser Passage kostete uns schon mindestens eine Stunde....

Click zur FotoshowAlso Rucksack ab (in meinem Fall 16kg), Gurt angelegt, Schlinge und Set eingebunden und den Eispickel in die Hand genommen. Leichtsteigeisen benötigten wir noch nicht, das sollte sich später ändern. Die installierten Eisenleitern waren schneefrei, einige Scharten mit Fixseilen nicht, was die Überwindung mit schwerem Gepäck deutlich schwieriger machte. Im Ciadin de la Neve war dann gar kein Weg mehr im Schnee zu erkennen. Per App & Offlinekarten versuchten wir herauszufinden, ob der eingeschlagene Weg noch richtig war. Am Forc. del Diavolo (2480m) mussten wir über eine elend lange Rinne voller Schnee absteigen, was den Einsatz der Grödel erforderlich machte. Mein erster Sturz in ein Loch unterm Schnee verlief dank Eispickel mit angelegter Handschlaufe glimpflich, meine Partnerin hatte es schon etwas früher in einer Geröllrinne erwischt. Für sie gab es zum Glück nur einige Abschürfungen und blaue Flecken. Das ganze bei nun deutlich zunehmenden Schauern und gerade mal knapp der Hälfte der zurückzulegenden Distanz....

In Sichtweite des Rifugio Fonda Savio erreichten wir dann endlich denn Passo dei Toce/Passo de Toco und Weg 115 und entschieden, die Tour hier abzubrechen und in das Tal nach Misurina abzusteigen. Es war ca.18 Uhr. Wir hatten bis hierher schon 7 Stunden gebraucht, das Wetter wurde noch schlechter (Dauerregen), die Kräfte geringer und laut Wanderführer noch mindestens 2h Gehzeit (in unserem Tempo wären das wohl eher 4h geworden).

Wir benötigten weitere 2h ins Tal, stürmten kurz vor 20 Uhr eine Pizzeria und fragten wie lange die Straße (mautpflichtig) zur Auronzohütte geöffnet ist und ob sie dort anrufen könnten um mitzuteilen, dass wir später kämen. Dank der Hilfe des Personals der Pizzeria gelang die Kommunikation. Die Antwort von der Hütte lautete: ‚Bis 21 Uhr müsst ihr da sein, Übernachtung geht klar, Essen gibt es keines mehr‘. Also flugs jeder etwas zu Essen bestellt (mit höchster Priorität der Küche) und knapp vor 21 Uhr endlich in der Hütte angekommen. Fotos von diesem Tag gibt es hier...


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Dolomiten Juni 2016


Intro und Misurina

 


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am Büllelejoch

 

Gardasee Juni 2016

 Klettersteige