Abgesägt

aktuelle Aufnahme vom 12.02.2021
aktuelle Aufnahme vom 12.02.2021

In der Rödertalausgabe titelte die Sächsische Zeitung am 04.02.2021 auf Seite 13 „Zwei Supermärkte ziehen aufs Presswerk-Areal“. Im Artikel wird dann beschrieben, wie zunächst bis Ende Februar der wild gewachsene Wald auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Preßwerks (denn so hieß es wirklich – ich wiederhole mich) gerodet werden muss, damit dann im Sommer der Abriss der Hallen und des ausgebrannten Verwaltungsgebäudes beginnen kann.

Wie ist nun der aktuelle Stand der Arbeiten? Tatsächlich waren am 12. Februar die Bäume abgesägt und liegen jetzt auf dem ehemaligen Werksgelände. Bei den Fotoaufnahmen waren die Stämme noch von Schnee bedeckt, wie man deutlich erkennen kann.

Gelände des ehemaligen VEB Preßwerk Ottendorf-Okrilla im Februar 2021 nach den Baumfällungen

Gelände des ehemaligen VEB Preßwerk Ottendorf-Okrilla im Februar 2021 nach den Baumfällungen

Gelände des ehemaligen VEB Preßwerk Ottendorf-Okrilla im Februar 2021 nach den BaumfällungenGelände des ehemaligen VEB Preßwerk Ottendorf-Okrilla im Februar 2021 nach den Baumfällungen

So sah es vor den Baumfällungen aus:

Fotoaufnahme Herbst 2018Fotoaufnahme Herbst 2018

Bis zum Sommer ist es noch eine Weile hin. Ich bin gespannt, ob der Abriss dann wirklich beginnt und was bei diesen Arbeiten so alles zum Vorschein kommt. Ich kenne die unterirdischen Kanäle unter der Halle mit den hydraulischen Pressen und kann mich noch erinnern, wie das Hydrauliköl immer wieder aufgefüllt werden musste. Wo mag das ausgetretene Öl versickert sein?…

Alle Jahre wieder…

…gibt es eine neue Information darüber, wie die künftige Nutzung des alten Betriebsgeländes aussehen soll. So informierte die Sächsische Zeitung in ihrer Ausgabe vom 15. Oktober 2020, dass nun ein Investor gefunden sei, der die Herausforderung zum Abriss der alten Gebäude angenommen habe.

Nach Aussage des Ottendorfer Kämmerers stehe ein Leipziger Investor in den Startlöchern, habe das Gelände bereits erworben und wolle in wenigen Monaten mit den Arbeiten beginnen. Bis zum März 2021 sollen alle in den letzten Jahren gewachsenen Bäume und Sträucher auf dem ehemaligen Betriebsgelände entfernt werden. Sicher eine überschaubare Aufgabe, wie die beiden Fotos zeigen.

Deutlich schwieriger dürfte sich der Abriss der großen Betonhallen gestalten. Damit wird Mitte des kommenden Jahres begonnen. Und 2022 wird dann der neue Supermarkt einer bekannten Kette eingeweiht.

Hoffen wir, dass die Startlöcher für den Investor nicht zu tief oder voller kleiner Viren sind und das Baugeschehen in absehbarer Zeit beginnt. Wir werden es beobachten.

Zum Abschluss eine kurze Information zur Firma Minda KTSN Plastic Solutions, deren Vorbesitzer einen Teil des ehemaligen Preßwerkes gekauft und 2004 die gesamte Produktion nach Pirna verlagert hatte:  ‘Das Amtsgericht Dresden hat am 31. Juli 2020 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Minda KTSN Plastic Solutions GmbH & Co. KG eröffnet.’ Die komplette Information dazu auf der Website app.insolvenz-portal.de.

Ein altes Dokument

pwo2017

Aktuelle Dokumente zum ehemaligen Preßwerk Ottendorf-Okrilla gibt es nicht, als Schriften existieren nur die Schmierereien an der Fassade des alten, verfallenden Verwaltungsgebäudes. Manchmal tauchen aber verschollen geglaubte Papiere aus längst vergangenen Zeiten auf, wie eine Verordnung aus dem Jahr 1979, die hier als Blätterkatalog zu lesen ist.

 



Das Zukunftskonzept

03-pwo2017Neuigkeiten über das dem Verfall preisgegebene Gelände des ehemaligen Preßwerkes gab es in den letzten zwei Jahren kaum. Der Sächsischen Zeitung war die Ortsentwicklung in Ottendorf-Okrilla jetzt wieder einmal fast eine ganze Seite wert, im Lokalteil, also der Rödertalausgabe vom 17. Juni 2017.

SZ-Artikel aus Urheberrechtsgründen unleserlich
SZ-Artikel aus Urheberrechtsgründen unleserlich

Im “Konzept für die Zukunft” taucht das alte Betriebsgelände auf. Unter dem Bild, welches einen Teil der Front es abgebrannten Verwaltungsgebäudes zeigt, steht in der Bildunterschrift “Das ehemalige Presswerk Ottendorf” und weiter im Text (Zitat): “Auf dem Gelände an der Dresdner Straße 43 – 45 gab es viele Unternehmen. So war hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Glaswerk angesiedelt, bis 1990 der VEB Presswerk Ottendorf, der Bauteile für die Elektroindustrie produzierte. Die heutigen Industriebrachen wurden nach der Wende von einer Kunststofftechnik-Firma übernommen, die das Gelände 2004 aber aufgegeben hat. …. Ein bisher ungeklärter Brand vor drei Jahren sowie Vandalismus verschlimmerte den Zustand. Die Gemeinde plant, die Ruinen komplett zurückzubauen und das Areal für eine Wiederbebauung herzurichten. Auf der Fläche soll sich dann Gewerbe ansiedeln.”

Es ist immer wieder erstaunlich, wie man in einem Zeitungsbericht auf so wenigen Zeile eine solch große Anzahl von Fehlern einbauen kann. Nach neuer deutscher Rechtschreibung ist “Presswerk” zwar richtig, nur der Betriebsname war “VEB Preßwerk Ottendorf-Okrilla”. Bauteile für die Elektroindustrie wurden bis 1990 mit Sicherheit nicht hergestellt, wie man auf dieser Seite leicht in Erfahrung bringen kann. Bei der Eingabe von ‘Preßwerk Ottendorf-Okrilla’ oder auch ‘Presswerk Ottendorf-Okrilla’ in eine der bekannten Suchmaschinen wird diese Website gleich an erster Stelle (Google) angezeigt. Man müsste also für seinen Zeitungsartikel nur mal ein bisschen recherchieren.

2004 wurde der Betrieb vom damaligen Eigentümer, der Firma Kunststofftechnik Sachsen, tatsächlich aufgegeben. Das klang damals allerdings noch ganz anders, wie man im Artikel ‘Weggestorben’ nachlesen kann. Im Jahr 2013 gab es Pläne für ein Einkaufszentrum auf dem Gelände. Die waren dann offensichtlich schnell wieder vom Tisch. Abgerissen werden sollten die Ruinen auch schon, doch fehlte es der Gemeinde trotz 90% Fördermittel am Geld für den Eigenanteil, wie die SZ in einem Artikel vom 30. September 2014 schrieb. Aber vielleicht stimmt diese Aussage auch nicht (mehr)?

Zu klären wären allerdings noch die Besitzverhältnisse. Wem gehören denn die Ruinen? Auch dazu gab es schon Ausführungen in der SZ.

02-pwo2017

Mit meinen Prognosen lag ich bisher immer richtig. In den letzten fünf Jahren gab es wiederholt Überlegungen, wie der ‘Müllhalde Preßwerk’ beizukommen sei. Passiert ist nichts. Oder doch? Richtig, die Natur holt sich ihr Reich zurück. Auf dem Innenhof vor dem Verwaltungsgebäude wächst schon ein richtiger kleiner Wald. Mein Vorschlag: Geben wir der Natur noch einige Jahre Zeit, dann ist dieser Schandfleck von allein verschwunden. Oder zumindest nicht mehr sichbar.

Film: Abriss des Schornsteins

Im Nachlass des Initiators dieser Website befand sich eine Videokassette aus dem Jahr 1991 mit der Beschriftung: „Abriß des Schornsteins“, die sich leider nicht mehr abspielen ließ. Quelle und Autor des Filmmaterials sind mir nicht bekannt.

Einen Teil des Films konnte ich jetzt doch noch „retten“ und digital aufbereiten. Auch wenn die Qualität des Clips schlecht ist, so zeigt er doch einige interessante Details:

  • die Arbeiten beim Abriss des etwa 50 Meter hohen Schornsteins,
  • einen Blick von oben auf das damals noch intakte Firmengelände und vor allem
  • einen kurzen Blick aus der Vogelperspektive auf das im Jahr 1991 noch nicht erschlossene heutige Gewerbegebiet (ganz am Ende des Filmausschnitts).


Ein Ort voller Ampeln und Ruinen…

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…diesen Eindruck bekommen viele Pendler in die Landeshauptstadt, wenn sie durch Ottendorf-Okrilla fahren und die Brandruine des ehemaligen Preßwerks sehen. Die Sächsische Zeitung widmete in ihrer Ausgabe „Rödertal“ vom 30. September 2014 mehr als eine halbe Seite Text – und ein großes Bild vom ausgebrannten Dachgeschoss des Verwaltungsgebäudes – dem früheren Produktionsbetrieb.

Trotz Untersuchungen durch die Kriminalpolizei ist die Brandursache noch ungeklärt. Ebenso die Frage nach der Zukunft des Geländes. Die Ansiedlung eines Einkaufszentrums bleibt offensichtlich Illusion, der Abriss ist laut Zeitungsbericht durch die Gemeinde nicht zu finanzieren. Obwohl es in einem Förderprogramm 90% Zuschuss für den Abriss solcher „Altlasten“ gibt, wenn das Gelände danach zehn Jahre nicht mehr bebaut wird, kann die Gemeinde Ottendorf-Okrilla 10% Eigenanteil nicht aufbringen. Trotz des unmittelbar angrenzenden Gewerbegebietes, welches in den 1990’er Jahren errichtet wurde und zu den größten in Sachsen gehören soll, ist die Gemeinde verschuldet und sieht primär wichtigere Aufgaben als den Abriss der maroden Gebäude. Wichtigere Aufgaben gibt es zweifellos. In erster Linie wäre auch der Besitzer der Immobilie für deren Zustand verantwortlich. Nur wo ist der?

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Wer kein Abonnent der Sächsischen Zeitung ist oder die Ausgabe „Rödertal“ vom 30.09.2014 nicht verfügbar hatte, könnte den Artikel auch im Internet lesen. Unter der Adresse sz-online.de und der entsprechenden Regionalausgabensuche bekam ich allerdings heute früh nur einen Datenbankfehler, später zwar Zugang, konnte aber lediglich den Anfang des Artikels lesen und scheiterte dann an der „Bezahlschranke“.

Abgebrannt

01-brand-september-2014

In der Nacht vom 06.09.2014 zum 07.09.2014 vernichtete ein Großbrand Teile des Verwaltungskomplexes des ehemaligen Preßwerkes Ottendorf-Okrilla. Nach einem Notruf rückten die Feuerwehren der Gemeinde aus und fanden zunächst einen Brandherd im Obergeschoss des direkt an der Dresdner Straße stehenden Gebäudes. Trotz umgehend eingeleiteter Feuerbekämpfung griff der Brand auf das Dach über und vernichtete den gesamten Dachstuhl. Später fielen auch Teile der beiden unmittelbar daneben stehenden Gebäude den Flammen zum Opfer. Zum Glück wurden alle angrenzenden Grundstücke verschont. Die Feuerwehren mussten noch bis in den Sonntag hinein die letzten Brandnester bekämpfen. Ob Brandstiftung vorliegt, wird derzeit untersucht.

Die folgenden Bilder zeigen den Zustand der Gebäude, soweit diese von öffentlich zugänglichen Stellen einsehbar sind.

02-brand-september-2014 03-brand-september-2014
04-brand-september-2014 05-brand-september-2014

Zwei Links zu einer Ottendorfer Facebookseite zeigen Bilder vom Brand bzw. den Löscharbeiten: Foto1Fotos2. (leider zwischenzeitlich nicht mehr verfügbar – September 2015)