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Auto Cross - EM-Lauf auf dem Matschenberg in Weigsdorf-Köblitz im Juli 2009

Das Angebot an Motorsportveranstaltungen auf hohem Niveau ist in unserem Einzugsgebiet schmal geworden. Nach der Insolvenz der Champcarserie, ihrem vorherigen Rückzug vom Lausitzring und dessen Insolvenz, Betreiberwechsel etc., gibt es auf dem Eurospeedway keine Ovalrennen mehr (Ascar und V8-Rennen gibt es nicht mehr, die Formel 3 fuhr nur kurze Zeit im Oval). Auch andere hochkarätige Events entfielen, wie das Rennen der A1GP und die Superbike-WM. Bleibt noch die IDM und die DTM. Bei Letzterer stimmt für mich persönlich das Preis-/Leistungsverhältnis nicht. Auf der Suche nach Alternativen und einem zusätzlichen Angebot zum Sachsenring stießen wir zufällig auf einen Zeitungsartikel, der den EM-Lauf im Autocross am 11. und 12.07.09 auf dem Matschenberg in Weigsdorf-Köblitz ankündigte. Der Ortsteil von Cunewalde liegt bei Bautzen und ist für uns in knapp einer Autostunde zu erreichen.  

Zunächst sollte man sich mit dem Regelwerk vertraut machen, damit man nicht so ganz ahnungslos daherschaut. Unter www.matschenberg.de gelangt man schnell auf die Internetseite des MC Oberlausitzer Bergland e. V., allerdings sind die Informationen da mehr als dürftig. Immerhin gibt es einen Link zur EM-Seite mit Regelwerk, Klassen, altuellen Resultaten usw. Als weiter zur Seite www.autocross-em.de und dort die Infos eingeholt. Das Regelwerk ist zwar ziemlich komplizert, bietet aber die Gewähr für eine gute Show. Die Vorläufe gehen über 6 Runden, das Finale über 8. Bei der rund 750 Meter langen Rundstrecke am Matschenberg dauert also ein Rennen zwischen 4 und 5 Minuten, je nach Klasse. Gefahren wurde in insgesamt 5 Klassen, die EM-Läufe fanden in den Division 1, 3 und 3A statt. Dazu später.  Zunächst zur Anreise: Bis Bautzen auf der Autobahn A4 ist für uns kein Problem, danach hilft nur eine Navi oder ein guter Ausdruck über den bekannten Suchmaschinendienst mit der Kartenfunktion. Wir hatten uns zwar zielsicher und schnell in Weigsdorf-Köblitz eingefunden, aber nicht ein einziges Hinweisschild zeigte den Weg zum Matschenberg oder eine Parkmöglichkeit. Wir fuhren plötzlich an einer gesperrten Straße vorbei. Am Sperrschild saß ein Posten in Warnweste. Es musste also hier in der Nähe sein. Auf einem Betriebshof das Auto geparkt, das machten an diesem Sonntag noch viele andere, und einigen Leuten mit Campingstuhl unter dem Arm hinterhergelaufen. Richtig, den Campingstuhl nicht vergessen. Sonst sitzt man auf der Wiese. Und die war nass. Tatsächlich fanden wir nach kaum fünf Minuten Fußweg den Einlass. 10 Euro für die Tageskarte, ein moderater Preis. Es gibt eine Getränkeversorgung und Imbiss-Angebot. Leider war das alles etwas "unterdimensioniert", wie sich später herausstellte. Die Sicht ist an der Strecke nicht gerade herausragend. Von dem 750 Meter langen Rundkurs kann man nur die Abfahrt Richtung Start, den Startplatz und den steilen Anstieg nach der Zieldurchfahrt sehen. Fast alle Zuschauer hielten sich in diesem Bereich auf.

Die Veranstaltung begann mit dem Warm Up gegen 9.00 Uhr, der Fahrerpräsentation ab 10.00 Uhr und den Rennen ab ca. 11.15 Uhr. Es gab kaum längere Pausen. Eine solche sollte man unbedingt mit einem Gang ins etwa 200 Meter entfernte Fahrerlager nutzen (Eintritt jederzeit möglich, ohne Zusatzkosten). Nun kurz zu den einzelnen Klassen und Rennen:

Division 3:
Spezialcrossfahrzeuge mit Allradantrieb. Das Gewicht liegt um 730 kg. Es sind Viertakt-Saugmotoren bis 4000 ccm oder Turbomotoren bis 2352,9 ccm zulässig. Beide Motorenkonzepte kommen zum Einsatz. Die Leistung der Wagen liegt bei etwa 500 PS, vereinzelt auch leicht darüber. Um diese Leistung auf die Fahrbahn zu bringen, ist eine gute Traktion notwendig. Die Fahrwerke sind von großer Bedeutung, die Bereifung wurde speziell für Autocrosszwecke entwickelt. Gefahren werden zunächst 3 Vorläufe mit max. je 10 Wagen (abhängig von der Gesamtzahl der Meldungen). Die besten 10 fahren dann das A-Finale, die nächsten max. 10 ein B-Finale. Punktverteilungen und Stände kann man auf  www.autocross-em.de nachlesen. Das Finale nahm einen spektakulären Verlauf.  Kurz nach dem ersten Start gab es einen Massencrash mit dem Überschlag des Tschechen Petr Turek, der zum Glück unverletzt aus dem Wagen stieg. Handgreiflich wurde es dann noch zwischen den Verursachern des Unfalls und später noch Mechanikern, die den Wagen des Deutschen Engel auf der Strecke reparierten. Beim zweiten Versuch gab es dann einen Fehlstart. Ja, und einen Sieger gab es schließlich auch noch. Es gewann der favorisierte Deutsche Bern Stubbe vor dem Niederländer van Rosmalen und dem Tschechen Bartos. Nachfolgend einige Bilder und ein Videoclip der Division 3-Rennen.

Division 3      
Division 3 Crash   Crash-Video

Division 3A:
Es handelt sich hier um einsitzige Spezialcrossfahrzeuge mit Allradantrieb und einem Gewicht von ca. 500 kg. Erlaubt sind Viertakt-Saugmotoren bis 1600 ccm oder Turbomotoren bis 941,1 ccm. Derzeit werden in der Europameisterschaft nur Saugmotoren verwendet, deren Leistung bei ca. 200 PS liegt. Obwohl die Division 3A als die kleine Klasse bezeichnet wird, stehen die Fahrzeuge der größeren Division 3 in nichts nach. Die Rundenzeiten sind fast identisch und die Rennen sind meist sehr spannend. Das Starterfeld ist oft das größte der gesamten Veranstaltungen. Das Finale auf dem Matschenberg gewann der Niederländer Waldschmidt vor dem Tschechen Musil und dem Deutschen Buddelmeyer. Nachfolgend einige Bilder von den Rennen der Division 3A.

Division 3A     Crash

Division 1:
Die Division 1 ist die Klasse der Tourenwagen. Gestattet sind Viertakt-Saugmotoren bis 3500 ccm oder Turbomotoren bis 2058,8 ccm. Wegen der Platzverhätnisse in der Karosserie werden meist Turbomotoren verwendet. Die stärksten Motoren erreichen ca. 500 PS. Die Rennen auf dem Matschenberg verliefen weniger spektakulär als die der Spezialcrosser. Das lag vielleicht auch am relativ kleinen Teilnehmerfeld. Das Finale gewann der Russe Makarov vor dem Tschechen Fejvar und dem Letten Kondrakhin.

Division 1   Zuschauer  

Neben den ofiziellen EM-Klassen starteten noch Nachwuchsfahrer in Spezielcrossern und eine ganze Anzahl Trabants (eine Starterliste dazu habe ich leider nicht gefunden). Die Show der "Rennpappen" war allerdings recht dürftig. Einige hatten Mühe, mit ihren schwachen, sicher stark frisierten Zweitaktmotörchen überhaupt den steilen Berg nach dem Start zu bewältigen. Im Vergleich zu den Spezialcrossern hatte man manchmal fast den Eindruck, sie würden gleich stehen bleiben. Ich will hier den Sportfreunden nicht zu Nahe treten, die Motorsport mit kleinem Budget als Hobby betreiben. Die beste Show war aber für mich der Überschlag eines schwarzen Trabants kurz vor der Zieldurchfahrt nach einer der ersten Runden und die Weiterfahrt danach bis zur Zielflagge, obwohl sich die "Pappe" zunehmend in ihre Einzelbestandteile auflöste. Einige Bilder der Trabant-Klasse nachfolgend. 

Trabant   Kampfspuren Am Haken

Fazit:
Keine schlechte Veranstaltung. Wenn die Werbung etwas besser wäre, würden sicher noch mehr Zuschauer kommen. Nach Zeitungsangaben sollen es 4.500 gewesen sein. Ob man diesen Ansturm dann aber bewältigen könnte, ist ungewiss. Wir werden betimmt wieder kommen.

mehr Motorsport:
 

Champcars 2003
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A1GP 2005
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Sachsen Classic
Oldtimer Rallye

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Youtube-Stream
Rennen der Division 3

 

bearbeiteter Videoclip
(freundliche Genehmigung: Paul Rothe)